Donnerstag, 12. November 2009

Kein Tag für Zorn

Während meiner Bundeswehrzeit bin ich jeden Sonntag abend mit dem Zug von Berlin nach Neubrandenburg gefahren. Innerhalb dieser zehn Monate habe ich drei Selbstmorde "miterlebt". Drei mir völlig unbekannte Personen haben sich vor den Zug geworfen. Taten sie mir leid? Nein. Ich kannte sie nicht. Sie waren mir egal. Ich habe den letzten Bus zur Kaserne verpasst.

Kannte ich Robert Enke? Nein. Aber sein Tod nimmt mich sehr mit.

Das ich von ihm wusste, oder zu wissen glaubte, machte ihn mir sympathisch. Keine große Klappe. Karriererückschläge. Der Tod seiner kleinen Tochter. Das Bewusstsein, dass Fußball nicht alles ist.

Wenn unsere Nationalmannschaft im nächsten Sommer Weltmeister wird, werde ich mir wünschen, ich könnte die ganzen Siege gegen das Leben von Robert Enke eintauschen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen