1. Es regnet seit über einer Woche fast ununterbrochen.
2. Ich habe bei der Bundestagswahl der FDP meine Zweitstimme gegeben.
3. Ich mag Nick Hornby
Ganz offensichtlich hat Punkt 3 nur etwas mit der Benennung zu tun. Über Punkt 1 werde ich hinwegkommen.
Aber das mit der FDP ist ein Problem. Ich könnte mich jetzt damit trösten, dass ich meine Erststimme immerhin dem bislang sympathischen Grünen Omid Nouripour gegeben habe. Aber es würde nicht funktionieren.
Elf Jahre lang täuscht die FDP vor, sie habe sich gewandelt. Sei keine Klientelpartei mehr, keine reine Mehrheitsbeschafferin. Inhalte seien ihr wichtiger als Personen. Und ihr Parteivorsitzender sei kein Politclown.
Und ich falle darauf rein.
Was passiert wenige Tage später? Die FDP unterschreibt einen Koalitionsvertrag der Belanglosigkeit, in dem alles geprüft und nichts vereinbart wird. Der Parteivorsitzende berichtet seiner Partei, er habe ALLE 20 KERNFORDERUNGEN der FDP durchgesetzt. Soviel zum seriösen Politiker. Und dann stellt die FDP auch noch den Entwicklungshilfeminister. Wollte sie den nicht abschaffen? Nebst Staatssekretär? Und nun zur Frage der Woche: Welcher Partei gehört die neue parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungshilfeministerium an?
Was soll man eigentlich von einem Parteivorsitzenden halten, der niedrigere, einfachere und gerechtere Steuern verspricht und dann Außenminister unter Frau Dr. Merkel werden will? Also quasi ein besserer Staatssekretär?
Frau Dr. Merkel fliegt nach Washington und hält eine Rede vor beiden Häusern des Kongresses. Staatssekretär Westerwelle darf ein paar Tage später folgen und unterhält sich mit Hillary. Und weil ihm wohl die großen aktuellen Probleme noch nicht so geläufig sind, spricht man über Abrüstung.
Ist immer ein guter Punkt, gegen Abrüstung kann man kaum sein. Wie man auch kaum gegen mehr Geld für Kinder sein kann. Womit wir wieder beim Koalitionsvertrag wären. Der kleinste gemeinsame Nenner der deutschen Politik: Mehr Kindergeld.
Wie sehr würde ich mir einen Thilo Sarazzin in der Regierung wünschen. Oder einen Friedrich Merz. Oder auch nur einen Peer Steinbrück oder Wolfgang Clement.
Einfach mal jemanden, der wenigstens einmal im Monat das ausspricht, was er denkt.
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